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Kostenloses Wasser für den Garten

Ein eigener Garten, ein grüner Rasen und eine schöne Hecke sind der Stolz eines jeden Hausbesitzers. Doch ohne Wasser zeigt sich das Grün nur spärlich. Wer keinen Brunnen auf dem Grundstück hat, muss sich hierbei zwischen Leitungswasser und Regenwasser entscheiden.

Leitungswasser

Den Garten mit Leitungswasser zu gießen, ist die einfachste aber nicht unbedingt günstigste Variante. Zu den Kosten für das Trinkwasser von ein bis drei Euro je Kubikmeter (1.000 Liter) kommen noch die jährlichen Grundgebühren und die Abwassergebühren, die automatisch aus dem Wasserverbrauch errechnet werden. Die Kosten können sich dabei leicht auf fünf Euro für den Kubikmeter Wasser summieren, auch wenn das gezapfte Trinkwasser im Garten und nicht im Kanal landet. Wer nur wenig Wasser im Garten braucht, wird hiervor nicht zurückschrecken oder die Installation eines Nebenzählers für den Garten erwägen. Auch hier kassieren die Wasserwerke mit und erheben eine Gebühr für die Abrechnung. Gespart wird dabei nur an den Abwasserkosten. Hier sollte man die Kosten für den Zähler, die Grundgebühr der Wasserwerke und die mögliche Ersparnis durch reduzierte Abwassergebühren mit spitzen Bleistift durchrechnen.

Regenwasser

Regenwasser scheint in diesem Zusammenhang die günstigste Variante. Es steht (scheinbar) kostenlos zur Verfügung und lässt sich relativ günstig sammeln und speichern. Der Klassiker ist dabei die Regentonne, die sich vor allem an Garagen, Schuppen oder Carports mit geringstem Aufwand installieren lässt. Das Spektrum der Behälter reicht dabei von der einfachen Tonne über Systeme aus verbundenen Fässern bis zu ausgedienten Intermediate Bulk Containern (IBCs). Diese rechteckigen Kunststoffblasen auf Europaletten haben ein Fassungsvermögen von 500 bis 3.000 Litern und werden mit Preisen ab ca. 100 Euro gebraucht günstig angeboten. Hier sollte man auf gereinigte Behälter achten und sich wenn möglich nach dem ursprünglichen Inhalt erkundigen. Die Nachteile der IBCs sind die rustikale Optik, der Platzbedarf und die Gefahr der Algenbildung, wenn keine Verkleidung angebracht wird. Der Champion unter den Regenwassersammlern ist die Zisterne aus Beton oder Kunststoff. Kapazität und Preis liegen mit rund fünf Kubikmetern und Kosten von mindestens 1.000 Euro auf einem hohen Niveau. Dafür verschwinden sie, bis auf einen teilweise überfahrbaren Schachtdeckel, komplett unter der Erde. Da für den Einbau in den Garten eine Grube ausgehoben werden muss und selbst kleinere Zisternen mindestens 300 Kilogramm wiegen, ist die Installation durch eine Fachfirma (Tiefbau o. ä.) sinnvoll. Die erledigt dann auch die Anbindung der Fallrohre von Haus und Garage an die Zisterne und schließt den Überlauf an die Kanalisation für das Regen- oder Abwasser an. Zur Entnahme eignen sich normale Tauchpumpen, die auch dauerhaft in der Zisterne verbleiben können. Trinkwasser wird dann nicht mehr vergossen. Dennoch ist das Regenwasser nicht kostenlos. Viele Gemeinden und Abwasserverbände berechnen für das über versiegelte Flächen und Hausdächer abfließende Niederschlagswasser Gebühren. Um die wird man in der Regel auch mit einer Zisterne nicht herumkommen, da die Zisterne mit ihrem Überlauf zumindest die theoretische Möglichkeit der Einleitung von Regenwasser bietet.

Finanzen

Am Ende ist die Entscheidung, ob Leitungs- oder Regenwasser zum Einsatz kommen, abhängig vom verfügbaren Platz und den finanziellen Mitteln. Selbst wenn Dachfläche, Platz und Finanzen den Einbau einer Zisterne ermöglichen, wird sich die Investition nur in den seltensten Fällen „rechnen“. Bei angenommenen 20 Kubikmetern für das Gießen pro Jahr fallen zwischen 50 Euro und 100 Euro Gebühren an. Bedenkt man die erforderlichen 2.000 Euro für Kauf und Einbau einer Zisterne, so müsste die Anlage 20 Jahre wartungsfrei laufen. Strom, Pumpen und Schläuche nicht mitgerechnet. Wer dennoch eine Zisterne bauen möchte sollte die Nutzung von Brauchwasser für Waschmaschine und Toilettenspülung in die Kalkulation einbeziehen. Über ein Hauswasserwerk lassen die sich relativ günstig mit Regenwasser speisen und verbessern so die Bilanz der Zisterne.

Wer sich über den tatsächlichen Verbrauch an Gießwasser unsicher ist, kann die Installation des Nebenzählers (ab 20 Euro im Baumarkt) vorziehen, im Folgejahr den Verbrauch ermitteln und dann entscheiden, ob sich ein Vertrag mit den Wasserwerken lohnt oder ob eine Zisterne für das Sammeln von Regenwasser über die Jahre nicht doch die preiswertere Alternative ist.

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